
Immer mehr Menschen leiden an Diabetes
Weltweit sind rund 350 Mio. Menschen an Diabetes erkrankt – mehr als doppelt so viel wie im Jahr 1980. So lautet das Fazit einer internationalen Studie. Für die Untersuchung wurden Gesundheitsdaten von mehr als 2,7 Mio. Erwachsenen aus 200 Ländern ausgewertet. Diabetes mellitus ist eine Stoffwechselstörung, bei der der Blutzuckerspiegel dauerhaft erhöht ist. Deshalb wird sie auch Zuckerkrankheit genannt. In den vergangenen drei Jahrzehnten hat die Zahl der Diabetiker in fast allen Regionen der Erde zugenommen. Während im Jahr 1980 noch 153 Mio. Erwachsene an der Stoffwechselstörung litten, waren es im Jahr 2008 bereits 347 Mio. Jedes Jahr sterben über 3 Mio. Menschen an den Folgen der Zuckerkrankheit wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Nierenversagen. Die drastische Zunahme der Diabetespatienten ist zu 70 % auf das Bevölkerungswachstum sowie die Zunahme des Durchschnittsalters in vielen Ländern und zu 30 % auf eine stärkere Ausbreitung der Krankheit zurückzuführen. Besonders häufig leiden die Menschen auf den pazifischen Inseln an Diabetes. In Süd- und Zentralasien, in Lateinamerika, in Nordafrika, im mittleren Osten und in den USA ist die Krankheit ebenfalls weit verbreitet, während sie in Südostasien nur selten auftritt. Auch in Europa ist Diabetes eine Volkskrankheit. Neben einer genetischen Veranlagung sind fettreiches Essen, Übergewicht und Bewegungsmangel die Hauptursachen.
Quelle:Heike Kreutz, aid The Lancet, Bd. 378, Nr. 9785, S. 31-40, 2011

