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Klimawandel fördert Zecken

Vor kurzem fand im  Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) in Kooperation mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena das IX. Internationalen Symposium zu Zecken-übertragbaren Krankheiten statt.

Hauptschwerpunkte waren unter anderem, wie ist der Einfluss der Klimaveränderungen auf die Verbreitung der durch Zecken übertragenen Krankheitserreger. Aktuell steht dabei die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), ausgelöst durch einen Virus, und die Bakterienkrankheit Lyme-Borreliose.

Zecken und die durch sie übertragenen Krankheiten haben sich in den letzten Jahren sowohl räumlich als auch zeitlich ausgebreitet. So wurden in dieser Saison sogar im Winter (November 2006 bis Januar 2007) wirtssuchende, aktive Zecken in Deutschland nachgewiesen, obwohl diese Jahreszeit normalerweise als klassische Ruhephase der Zecken gilt. "Durch das milde Wetter mit Temperaturen über 6-7 °C finden sowohl Zecken als auch ihre Hauptwirte, die Mäuse, ideale Überlebens- und Nahrungsverhältnisse vor", sagt Dr. Jochen Süss, Leiter des Nationalen Referenzlabors für durch Zecken übertragene Krankheiten am FLI. Aber auch veränderte Freizeitgewohnheiten mit vielen Aktivitäten im Freien und das vermehrte Bergen von Holz als Heizmaterial erhöhen die Wahrscheinlichkeit für Zeckenstiche.

Die FSME zeigt in Europa klar zunehmende Tendenz. Auch in Deutschland kommen jährlich neue Risikogebiete hinzu, im letzten Jahr gab es erstmals Erkrankungen in Niedersachsen sowie Einzelfälle in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.
Eine wichtige Ursache dafür ist in der Klimaveränderung zu sehen. Im klassischen Risikogebiet Baden-Württemberg zum Beispiel erhöhte sich die Temperatur im Zeitraum von 1951-2000 um durchschnittlich 0,6-1,5 °C, bei steigender Zahl warmer Sommertage (>25 °C) und abnehmender Zahl kalter Wintertage (<0 °C). In diesem Bundesland hat sich die Zahl der FSME-Erkrankungen allein von 2005 auf 2006 von 165 auf über 275 Fälle erhöht (gemeldete Fälle im gesamten Bundesgebiet für 2006: 541). "Wir gehen davon aus, dass sich in den nächsten 50 Jahren die Durchschnittstemperatur weiter um etwa 1,2 °C erhöht", sagt Prof. Dr. Friedrich-Wilhelm Gerstengarbe vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Das kann die Bedingungen für die Vermehrung von Zecken noch weiter verbessern.

In Deutschland Erkrankung jährlich etwa 60.000 an Lyme-Borreliose, das ist eine bakterielle Neuerkrankungen die durch  Haustiere, zum Beispiel Hunde und Pferde übertragen werden kann. Während gegen die FSME ein gut verträglicher Impfstoff zur Verfügung steht, kann gegen die Lyme-Borreliose nicht geimpft werden. Hier ist eine frühzeitige klinische Diagnose entscheidend für eine erfolgreiche Therapie. Kontakt: Dr. Christine Klaus Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) Institut für bakterielle Infektionen und Zoonosen Naumburger Str. 96a 07743 Jena Tel. 03641-804231 Handy: 0176-27446885

Aktualisiert (Sonntag, den 24. Oktober 2010 um 14:29 Uhr)

 
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